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White Tipi: Ein Dach, ein Raum!

  • Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde eine komplette Neueindeckung des alten Schieferdaches sowie die Anpassung der Dachkonstruktion an die Anforderungen des modernen Wärmeschutzes realisiert. ...

    Bildquelle: Klaus Dieter Weiss / VELUX Deutschland
  • Das Badezimmer ist in einer weißen Box versteckt, die über eine der ursprünglichen Gauben belichtet wird. Der alte Kaminzug blieb erhalten und unterstreicht die beeindruckende Höhe des o...

    Bildquelle: Klaus Dieter Weiss / VELUX Deutschland
  • Die sichtbaren konstruktiven Hölzer verleihen dem Raum Struktur und unterstützen seinen ursprünglichen Charakter als Dachboden. Über die alte zweiläufige Treppe wurde der Dachraum ersch...

    Bildquelle: Klaus Dieter Weiss / VELUX Deutschland
  • Im Dachraum einer Münchener Stadtvilla ist ein großzügiges Loft mit Ateliercharakter entstanden. Wesentlicher Teil des Belichtungskonzepts sind insgesamt acht Dachfenster von VELUX.

    Bildquelle: Klaus Dieter Weiss / VELUX Deutschland
  • Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde eine komplette Neueindeckung des alten Schieferdaches sowie die Anpassung der Dachkonstruktion an die Anforderungen des modernen Wärmeschutzes realisiert. ...

    Bildquelle: Klaus Dieter Weiss / VELUX Deutschland
  • Die sichtbaren konstruktiven Hölzer verleihen dem Raum Struktur und unterstützen seinen ursprünglichen Charakter als Dachboden. Über die alte zweiläufige Treppe wurde der Dachraum ersch...

    Bildquelle: Klaus Dieter Weiss / VELUX Deutschland

Seit fast einem Jahrhundert wurde das Potenzial des alten Dachbodens einer stattlichen Münchner Stadtvilla eher klassisch genutzt. Der fast sechs Meter hohe Dachstuhl war in kleinere Räume und einen Spitzboden unterteilt, der bestenfalls als zusätzliche Stellfläche genutzt werden konnte. Das sollte sich Ende 2009 ändern: Im Auftrag des Bauherren entwickelte Architekt Matti Schmalohr ein spannendes Konzept, um unter dem Dach attraktiven, außergewöhnlichen Wohnraum zu schaffen: „Grundidee des Dachgeschossumbaus war die Rückführung des Dachraumes in seinen ursprünglichen Charakter als Dachboden. Es sollte ein offen gehaltener Dachraum entstehen, der den Charme des Wohnens unter dem Dach inszeniert. Ein Raum in luftiger Höhe, mit luftiger Höhe und reduziert auf seine wesentlichen authentischen Bestandteile, räumlich wie konstruktiv“, erklärt Schmalohr den gestalterischen Ansatz dieser Umnutzung. Die Herausforderung bestand dabei vor allem darin, einen großzügigen, gut nutzbaren Raum zu entwerfen und gleichzeitig den strengen Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht zu werden. Großflächige Einschnitte waren unter dem Walmdach des um 1930 errichteten Hauses nicht zulässig.

 

Den Charakter erhalten

Mit einem fast sechs Meter hohen Dachstuhl prägt die Dachform entscheidend den Charakter der historischen Villa. Diese galt es aus denkmalpflegerischen Gründen zu erhalten. Im Inneren war der Dachraum in den 60er Jahren in viele kleinere Räume aufgeteilt worden. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen sind auch die bis zu diesem Zeitpunkt notwendigen Holzständer der Dachkonstruktion entfernt worden. Um die konstruktive Authentizität der Dachkonstruktion wieder herzustellen und diese mit den Vorzügen eines Atelierlofts zu vereinen, ist ein historischer Rückbau vorgenommen worden. Zu diesem Zweck wurden an statisch neuralgischen Positionen neue Holzständer eingefügt, um die Lasten des Daches zu tragen und abzuleiten.

 

Ziel des Aus- und Umbaus war es, den Dachraum in seiner gesamten Form von der Traufe über den Ortgang bis in den First herauszuarbeiten. „Auf diese Weise ist es möglich, auch scheinbar verlorenen Platz unter der Dachschräge im Traufbereich zu nutzen. Die Großzügigkeit und Offenheit des Raumes profitiert von diesem konsequent reduzierten Ausbau ganz enorm“, so Schmalohr. Ein Teil der Holzkonstruktion des alten Dachstuhls sollte sichtbar bleiben. Dabei sind die sichtbaren Hölzer alle tragende Elemente und somit konstruktions- und raumbestimmend.

 

Entstanden ist ein heller Raum auf über 95 Quadratmetern. „Das Prinzip ‚ein Raum -ein Dach’ erinnert an die Form von Zelten, bei denen die geneigten und vertikalen Ebenen eine Einheit bilden. Die zeltartige luftige hohe Dachform und die weiße Textur der Flächen prägen dieses ‚White Tipi’“, beschreibt Schmalohr die Idee zur Namensgebung dieses Projekts.

 

Das Dach an sich wurde mit Mosel-Schiefer in altdeutscher Deckung neu eingedeckt. Um den Vorschriften der Energieeinsparverordnung (ENEV) gerecht zu werden und einen zu warmen Dachraum im Sommer zu vermeiden, wurde das Dach innen mit einer Zwischensparrendämmung aus Polyurethan-Hartschaum mit beidseitig diffusionsoffenem Mineralvlies (120 mm) sowie einer Untersparrendämmung aus Floorrockdämmplatten von 2×30 mm gedämmt. Zudem wurde es mit Gipskartonplatten verkleidet.

 

Dachfenster sorgen für behagliches Wohnklima

Die fünf vorhandenen Gauben ergänzte der Architekt durch acht VELUX Dachfenster, um so natürlichen Lichteinfall und besonders viel Tageslicht unter dem Dach zu gewährleisten. Diese waren allerdings aus Denkmalschutz-Gründen nur zur Gartenseite erlaubt, um das klassische Gesamtbild der Hauptansicht zu bewahren. Dank eines speziellen VELUX Kombi-Eindeckrahmens für Schieferdeckung konnten mehrere Fenster neben- und übereinander unkompliziert in die altdeutsche Deckung integriert werden. Zentral in der Dachfläche angeordnet übernehmen die Dachfenster die vertikale Lichtführung unter dem Walmdach. Durch ihre hohe Lichtausbeute, die etwa doppelt so hoch ist wie bei gleich großen Fassadenfenstern, zeichnet sich das Atelier heute trotz der beachtlichen Raumgröße durch besonders viel Helligkeit aus. Doch die verbauten Dachfenster dienen nicht nur als effizienter Lichtspender: Als Elektroausführung sorgen sie auch für eine komfortable Belüftung des Dachraumes. Per Funksteuerung lassen sich die Dachfenster ganz einfach auf Knopfdruck öffnen und wieder schließen. Auf Wunsch übernimmt die funkgesteuerte Version sogar das regelmäßige Lüften. Automatische Lüftungszeiten lassen sich ganz einfach einstellen. Plötzliche Wetterwechsel brauchen die Bewohner trotzdem nicht zu fürchten: Zur Grundausstattung gehörende Regensensoren schließen das Fenster selbsttätig bei aufkommendem Niederschlag oder verhindern das Öffnen bei Regen.

 

Zurückhaltung bis zum Bodenbelag

Das in viele Räume unterteilte Walmdach des denkmalgeschützten Hauses wurde mit dem Ausbau des Spitzbodens in ein großzügiges Loft mit Ateliercharakter verwandelt. In den durch und durch offen gehaltenen Dachraum ist lediglich eine Box mit Nasszelle hineingestellt – innen belichtet über eine der Gauben. Der vorhandene Kaminzug dramatisiert die Höhe des offenen Dachraums zusätzlich. Aber auch bei der Sanierung des Bodens galt das Augenmerk der Zurückhaltung. Die alten Holzfußböden waren teilweise uneben und somit nicht mehr gebrauchsfähig. Aus diesem Grund wurden sie durch neue Dielen aus Douglasie ersetzt. Um den Aufbau möglichst gering halten zu können, wurde der Fußbodenunterbau an manchen Stellen auf ein Minimum reduziert, da Höhenunterschiede von bis zu 10 Zentimetern ausgeglichen werden mussten. Die alten Lehmausfachungen zwischen den Balken wurden trittschalltechnisch mit einer Perliteschüttung ergänzt.

 

 

 

Bautafel

Projekt

Umbau und Sanierung Dachgeschoss und Spitzboden

Umbau

Bauzeit sechs Monate – November 2009 bis April 2010

Architekt

Matti Schmalohr DI Architekt BDA dwb

31675 Bückeburg

http://www.schmalohr.net/

Wohnfläche / Nutzfläche

Ca. 95 m2

Baukosten

Ca. 155.000 €

Produkte

VELUX Eindeckrahmen EKS 0042 Schiefer Stehpfalz, Alu (1 Stck.)

VELUX Elektrofenster 5-Star in Kunststoffausführung (8 Stck.)

 

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